Dienstag, 28. Februar 2017     Home  

Historie

Ortsführung durch Alken

Liebe Gäste und Besucher von Alken,

ganz herzlich begrüßen wir Sie in unserem romantisch gelegenen Ferienort an der Mosel. Mit dieser kleinen Führung möchten wir Ihnen unser historisches und weinfrohes Alken vorstellen und Sie mit seiner Vergangenheit und Gegenwart vertraut machen.

Alkens attraktive, angestrahlte StadtmauerAlken ist einer der ältesten Moselorte. Die Entstehung reicht bis in die Kelten- und Römerzeit zurück. Noch heute benennt man einen Ortsteil mit dem keltischen Namen „Olk".

Auf einem mit Laubwald bedeckten Hügel im Alkener Bachtal finden wir die Reste von Grundmauern einer sogenannten Keltenburg.

Burg Thurant ist teilweise auf alten Fundamenten errichtet, die aus der Römerzeit stammen.

Zahlreiche Funde bestätigen zudem die damalige Anwesenheit der Römer. Aus dem ursprünglichen Namen „Villa Alcana" (eine römische Siedlung) entstand schließlich unser heutiges Alken.

Aber auch aus späterer Zeit finden wir im Ort immer wieder bauliche Hinweise. Einst pfälzischer Besitz (dem Pfalzgrafen in Heidelberg gehörend) mitten im Trierer Land, blieben Streitigkeiten und Besitzansprüche der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier und Köln unvermeidbar.
Nach endgültiger Eroberung der Burg Thurant durch diese beiden Erzbischöfe (Arnold II. von Trier und Konrad von Hochstaden von Köln) wurden der Ort und die Burg ab 1248 von Kurtrier und Kurköln gemeinsam beherrscht. Der Friedensvertrag vom 17.09.1248 ist noch heute erhalten als eines der ältesten Schriftstücke in deutscher Sprache.

Nach Fertigstellung der Ringbefestigung, verbunden mit der Burg Thurant, wird Alken in einem Sammelprivileg durch Erzbischof und Kurfürst Balduin von Trier mit Stadt bezeichnet. Am 23. August 1332 verlieh König Ludwig der Bayer, Alken die gleichen Rechte und Freiheiten der Stadt Frankfurt a.M. - Kaiser Karl IV. bestätigte diese Rechte und Freiheiten 1346.
Ein Rundgang durch Alken lohnt sich immer. Besonders empfehlenswert ist die Besichtigung der „Burg Thurant" und der „Alten St. Michaelskirche".

↑ zurück zum Seitenanfang

 

Ortsführung durch Alken

1. Beginnen Sie Ihren Rundgang an der Galerie. Bis zur Niederlegung der einstigen Stadtbefestigung (1861) befand sich hier das Wärterhaus, anschließend das Rathaus des Ortes bis 1984.
Heute finden Sie in diesem Haus eine Galerie (Galerie Priebe) .
Werfen Sie von hier aus einen Blick auf den an die Moselstraße angrenzenden Felsen, die „Alkener Ley".
Dieser Felshang galt einst als die „Loreley der Mosel". Schroff ansteigend hatte er früher in ca. 7 m Höhe einen Überhang zur Straße von ca. 2 m. In monatelangen Sprengungen wurde dieser Fels 1958 zur Verbreiterung der B 49 abgeflacht.
Für die Schifffahrt bot sich hier bis zur Kanalisierung der Mosel eine gefahrenvolle Engstelle. So hatte es schon seinen Sinn, wenn man in dieser Felswand die noch heute sichtbare Statue des „Hl. Nepomuk" setzte, der die Schiffsleute vor Gefahren behüten sollte.

2. In der Bachstraße Nr.4 befand sich das erste Pfarrhaus von Alken. Das 1616 errichtete Haus ist heute modernisiert.

3. Eines der ältesten Gebäude Alkens ist der „Laacher Hof' (Moselstraße 8). Errichtet um 1093, ein als Gutshof der Abtei „Maria Laach". Später diente es dem Pfalzgrafen als Verwaltungssitz, ab 1248 der Kölner Erzbischöfe mit eigenem Gericht. Auch Zehnthof genannt, diente dieses Gebäude später der Stadtverwaltung, wo die Bürger ihren „Zehnten" abliefern mussten. Heute befindet sich hier ein Weingut.

4. Hier finden Sie einen noch erhaltenen Wehrturm der einstigen Stadtbefestigung. Von diesem Zoll- und Signalturm aus wurden die damaligen Schiffstransporte kontrolliert. Zur Zeit der Pfalzgrafen mussten die Schiffsleute hier Zoll zahlen. - Heute gehört dieser Turm zum angrenzenden Hotel-Restaurant.

5. Das neue Einkaufszentrum wurde 1990 gebaut.

6. Unser derzeitiges Pfarrhaus wurde 1906 erbaut und 1988/89 renoviert

7. Am Ortsausgang steht ein Heiligenhaus zu Ehren der Gottesmutter.

8. Der Friedhof wurde 1827 angelegt und inzwischen mehrmals erweitert.

9. Hier befand sich unsere einstige Schule, in der von 1938 bis 1983 Unterricht erteilt wurde. Heute dient dieses Gebäude, nach erfolgtem Umbau, als unser Bürgerhaus, in dem auch unsere Ortsverwaltung untergebracht ist.
In den rückwärtigen Hallen ist heute unsere Freiwillige Feuerwehr stationiert, die als eine der bestausgerüsteten Wehren der Untermosel gilt.

10. Unsere neue geräumige Pfarrkirche wurde 1849 erbaut Der Barock-Hochaltar wurde 1931 errichtet. Der rechte Barock-Seitenaltar von 1708, zu Ehren des HI. Michael, stand bis 1883 als Hochaltar in der „Alten St. Michaelskirche". Der linke Barock Seitenaltar zu Ehren der Gottesmutter wurde 1988 nachgearbeitet und mit einer wertvollen Statue von 1350 ausgestattet. Die Orgel wurde 1952 gestiftet und 1992, ebenfalls mittels einer Stiftung, wesentlich erneuert.
Bemerkenswert sind die kunstvollen Fenster. Seit alters her steht der Erzengel Michael bei den Bewohnern von Alken in hoher Verehrung, so dass er auch als Schutzpatron des Ortes gilt. Deshalb ist auch die neue Pfarrkirche ihm geweiht.
In den Jahren 1984 bis 1987 wurde die Kirche gänzlich renoviert. Nähere Einzelheiten zur Pfarrgeschichte sind auf zwei Tafeln im Kirchenschiff chronologisch aufgezeichnet.

↑ zurück zum Seitenanfang

11. Sie befinden sich hier am einstigen Haupttor der Stadtbefestigung, dem so genannten Fallertor. Ursprünglich hatte es ein Fallgatter und eine Zugbrücke. Im 19. Jahrhundert musste das Fachwerk herabgezogen werden. Das obere Plateau war mit einem Haubendach versehen.
Von der Tordurchfahrt aus konnte man die Wehrmauern besteigen. Diese Zugänge sind heute zugemauert, jedoch noch erkenntlich.

12. Aus der Geschichtschronik von Alken sind nur spärliche Angaben über das Malteserhaus ersichtlich, so dass man auf Recherchen angewiesen ist. Es dürfte jedoch bereits vor Errichtung der Stadtbefestigung gestanden haben.
Sollte der in der Toreinfahrt im Boden eingelassene Stein mit der Jahreszahl 1093 auf die Errichtungszeit hinweisen, so ist dieses Gebäude eines der ältesten in Alken. - Einst war es das Burghaus des in Alken ansässigen Richtergeschlechtes „Thys von Alken." Unter der Obhut des Malteserordens diente es als Hospital, später als Sitz der Stadtverwaltung. Heute befindet sich das Gebäude im Privatbesitz.
Bemerkenswert ist, dass dieses Gebäude bis 1922 zur Straßenfront noch keine Fenster hatte, sondern lediglich Schießscharten. Im Hof führt heute noch eine äußere Steinwendeltreppe zu den oberen Stockwerken.

13. Dieses Gebäude in der Oberstraße 7 wurde als zweites Pfarrhaus im Jahr 1730 erbaut und nach einem Brand 1764 erneuert. Bis 1906 war es Sitz des Pfarrers. Heute ist das Haus im Privatbesitz.

14. Gegenüber diesem einstigen Pfarrhaus sehen Sie die ALTE DORFSCHULE, in der bis 1937 der Unterricht erteilt wurde. In ihr befand sich, wie zu damaliger Zeit üblich, nur ein Klassenraum für alle acht Klassen. Außerdem hatte auch der Lehrer hier seine Wohnstätte.

14a. In der Von-Wiltbergstraße 12 finden Sie eines der ältesten Fachwerkhäuser. Im Hof befindet sich eine außen angebrachte Steinwendeltreppe, die zu den oberen Stockwerken führt. Der Baustil lässt vermuten, dass dieses Gebäude einst die Wohnstätte eines Adeligen war.
Hier war auch bis 1817 die Schule untergebracht.

15. Auf dem Weg zur Wiltbergschen Kellerei begegnen Sie wiederum einem schmucken Fachwerkhaus, wie so oft in diesem Ort. Dieses original erhaltene Fachwerk stammt noch aus dem 15. Jahrhundert.
Werfen Sie bitte auch einen Blick in unsere viel bewunderte Blumengasse.
Sie erreichen nun die alten Propsteiweinstuben und befinden sich somit bereits im Bereich der Wiltbergischen Weinkellerei beiderseits des Straßenzuges. In den über 300 Jahre alten Kellergewölben, die unter der Straße durchgehend miteinander verbunden sind, reift der Wein nach wie vor in alten Eichenholzfässern. Bei einer zünftigen Weinprobe (rechtzeitige Voranmeldung) erfahren Sie alles Wissenswerte über unsere Alkener Weine.

16. Nunmehr sind Sie am Schloss der Wiltberger angelangt, zu dem einst auch die Kellerei gehörte.
Ursprünglich war es das Burghaus der Trierer Erzbischöfe, erbaut um 1350. Erzbischof Johann 1. übergab das Haus dem Geschlecht Wiltberg, das es zum Schloss ausweitete (die Grafen von Wiltberg residierten zunächst als Lehnsherren auf Burg Thurant). Es erfolgten mehrere Umbauten, so 1616 und 1696. Bei einem Großbrand am 13. Februar 1889 wurden die gesamten Dächer und die einst prächtigen Kugeltürme ein Raub der Flammen.
In dem mehreckigen Türmchen findet man eine Steinwendeltreppe zu den oberen Stockwerken. Der Torbogen ist noch gänzlich erhalten. Seit 1845 befindet sich das Gebäude im Privatbesitz.

↑ zurück zum Seitenanfang

17. Angrenzend an dieses Schloss finden Sie die Ruine eines weiteren Stadttores, das den Ort zum Bachtal hin abgrenzt.
Ca. 15 m oberhalb dieses Tores führt ein steiler, steiniger Weinbergspfad, gesäumt von den Stationen der sieben Fußfälle, hinauf zur Dreifaltigkeitskirche auf dem Bleidenberg.
In halber Höhe des Hanges befindet sich das Michaelskapellchen.

18. Zwischen Wiltberg Schloss und Weinkellerei erblicken Sie einen malerischen Treppenaufgang, der von den 14 Kreuzwegstationen begleitet ist. Über diese Treppenstufen gelangen Sie zu unserer äußerst interessanten und altehrwürdigen „St. Michaelskirche" mit Gebeinhaus und angrenzendem Ehrenfriedhof.

Erstmals finden wir die Kirche 1015 erwähnt.
An der Decke des Chores ist ein noch gut erhaltenes Freskengemälde, das jüngste Gericht darstellend, von 1350 zu sehen. Auch im Kirchenschiff sind weitere Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert zu erkennen.
Zudem birgt die Kirche kunstvolle Altäre, Gemälde und Statuen.
Durch ein großes Gitter am Ende des Treppenaufganges haben Sie Einblick in das vor vielen Jahrhunderten unter der Kirche eingerichtete Gebeinhaus. Es birgt die Gebeine der einst auf dem kleinen Friedhof beigesetzten Toten. Rechts neben der Kirche finden Sie den Ehrenfriedhof für die Gefallenen der beiden Weltkriege.
In der Zeit von Ostern bis 31. Oktober haben Sie an allen Sonn- und Feiertagen von 14.00 bis 17.00 Uhr Gelegenheit, die Kirche zu besichtigen.
Gruppenbesichtigungen sind ganzjährig nach Vereinbarung möglich.

Anmeldung erbeten an die:
St. Michaelsbruderschaft, Herr Deisen, Telefon: 02605/8360

Einst Pfarrkirche bis 1849, ist sie eine der ältesten noch erhaltenen Kirchen des Mosellandes.

19. Von dem an die Alte St. Michaelskirche angrenzenden Ehrenfriedhof haben Sie einen wunderbaren Blick auf den Ort. Zudem lässt sich von hier aus der Verlauf der einstigen Stadtbefestigung sehr gut rekonstruieren. Über die Dächer der Häuser herausragend, erkennen Sie das Fallertor (11).
Von diesem Tor aus verlief die Befestigung über die im Weinberg ersichtlichen Wehrtürme bis zum einst vorhandenen äußeren Verteidigungsgürtel der Burg Thurant. Vom Fallertor zur Mosel hin verlief ein Wehrgang bis zum dortigen Zollturm (4), von dort aus geradlinig moselabwärts bis zum Haus Galerie (1), das Bachtal hinauf zum Stadttor am Wiltberger Schloss, von hier aus, den Hang ansteigend zur St. Michaelskirche, wo die Befestigung im steilen Fels auslief. So war einst auch der Glockenturm der Kirche in diese Befestigungsanlage eingefügt.

20. Die Burg Thurant ist das weithin sichtbare Wahrzeichen unseres Ortes. Teils auf römischen Grundmauern errichtet, ist sie eine der ältesten Burgen des Mosellandes.

Pfalzgraf Heinrich (ein Bruder König Ottos IV.) erbaute sie 1197 - vom Kreuzzug heimgekehrt - zum Gedenken an die vergebliche Belagerung der Syrerfeste „Thuron". 1209 finden wir die Burg auch urkundlich beglaubigt. Dieser mitten im Trierer Gebiet errichtete Stützpunkt war sehr schnell Anlass zu Streitigkeiten, die schließlich zur Belagerung durch die beiden Erzbischöfe von Trier und Köln führten (von 1246 bis 1248).

Es sollen zwei ‚trunkvolle' Jahre gewesen sein. Ein altes Stiftsdokument sagt aus, dass die Belagerer während dieser Zeit 3000 Fuder Wein getrunken haben sollen (ein Zeichen dafür, dass der Alkener Wein schon damals vortrefflich mundete).
Fortan blieben die Burg Thurant und der Ort Alken in gemeinschaftlicher Verwaltung von Kurtrier und Kurköln.
Nähere geschichtliche Gegebenheiten erfahren Sie aus der Broschüre über die Burg Thurant. Ein Besuch lohnt sich immer.

Liebe Gäste und Besucher,
auf diesem kleinen Rundgang haben Sie unser schönes Alken kennen gelernt. Die aufgeschlossene und leistungsfähige Gastronomie in Hotels, Restaurants, Cafes und Weinstuben lädt zum Verweilen ein und freut sich auf Ihren Besuch.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen und erholsamen Aufenthalt in unserem historischen Ferienort Alken an der sonnigen Untermosel.

Texte und Ausführung: Franz Schnee

Historie: Josef Schnee

Tägliche Ortsführungen unter fachkundiger Anleitung. Dauer ca. 1 - 1 ½ Std.

Termine nach Vereinbarung.

Anmeldung beim Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

↑ zurück zum Seitenanfang

Flyer Alken OrtsführungDen gesamten Text gibt's auch als
PDF-Download [109.3 kb]

oder die gescannte Druckversion ebenfalls als
PDF-Download [2.8 MB]

Veranstaltungen

<<  Februar 2017  >>
 Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa  So 
    1  2  3  4  5
  6  7  8  9101112
13141516171819
20212223242526
2728     

Aktuelle Termine

Das Wetter in Alken

Aktuelle Pegelstände

Die aktuellen Pegelstände können Sie beim Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz oder der Bundesanstalt für Gewässerkunde erfahren.

Suchen